1. Blogeintrag: Die erste Bestellung

Zufriedener Blick.


Das Vorspiel

Die erste Bestellung ist mit Sicherheit für jeden etwas ganz besonderes und bleibt lange im Kopf - so wie alle anderen ersten Male auch. Es ging darum ein passendes Motiv für einen Kunden zu finden, welcher selber qualitativ hochwertige Arbeit leistet. Zwar verkauft dieser keine Bilder, sondern Häuser, aber es sollte auf jeden Fall etwas sein was zum einen minimalistisch ist und zum anderen aber auch eindeutig etwas “besonderes” darstellt. Ein richtiger “Showstopper” für den Raum sollte es werden. Der sowohl von Mitarbeitern als auch von Kunden permanent benutzte Eingangsbereich wirkte bisher eher trist und emotionslos. Die große freie Wand schrie förmlich: “Bitte häng dein Bild hier hin!”

Der Wunsch vom Kunden war vor allem: “[…] naja am besten wäre ja ein schönes Motiv von Berlin”. Tja. Da stand ich dann im Gespräch. Auf meiner Festplatte befinden sich derzeit 13.614 Bilder. Davon sind grob geschätzt 15 in Berlin gemacht worden und diese zählen mit Sicherheit nicht zur Kategorie “besonders” oder Showstopper.

Kleiner Exkurs: Ich bin zwar selber gebürtiger Berliner finde die Stadt jedoch was die Fotografie angeht wenig inspirierend und langweilig. Ich hab ihr und meiner Fotografie immer wieder eine Chance gegeben und kam dabei immer wieder zum selben Ergebnis: Mir macht die Fotografie in dieser Stadt keinen Spaß und mit den Bildern die dabei rauskommen bin ich eigentlich auch nie wirklich zufrieden. Deswegen hab ich mich sehr früh auf die Reisefotografie spezialisiert. Das hat den netten Nebeneffekt, dass man dann auch etwas häufiger durch die Welt bummelt. Da gibt es definitiv schlimmeres.

Zurück zum Thema. Faktisch musste ich dann erstmal erklären, wie es dazu kommt, dass man seit 10 Jahren fotografiert und tausende von Bildern hat, jedoch keins vom eigenen zuhause. Nachdem ich das soweit vermittelt bekommen habe, haben wir uns dann trotzdem auf ein wunderschönes Motiv geeinigt, welches optimal zu den Gegebenheiten im Raum passte. Zwar könnte es von der Location her kaum konträrer zu Berlin sein, aber am Ende geht es ja nur darum, ob es gut aussieht und welche Wirkung und Emotion es im Raum vermittelt.


Das Bild

Das Bild habe ich in einem Urlaub auf dem Zwischenstopp zu den Malediven in Doha 2023 gemacht. Das Bauwerk ist das Nationalmuseum von Doha. Ich habe zwar selber nicht wirklich viel Ahnung von Architektur aber das Gebäude ist echt einzigartig.
Ich wollte mich dann bei der Nachbearbeitung vom Bild an der sog. Fine-Art Technik versuchen. Diese Bilder sind typischerweise schwarz-weiß, man versucht den Großteil des Bildes extrem abzudunkeln und nur ganz prominente Strukturen und Linien aufzuhellen. 
Gemacht getan - herausgekommen ist dann das nebenstehende Bild.
Gedruckt wurde es auf AluDibond (eine Dicke Kunststoffplatte) hinter Acrylglas. Das Bild wurde dann noch in eine sog. Slimeline Schiene aus silbernem Aluminum eingefasst. Das wirkt gleichzeitig sehr hochwertig und minimalistisch. Es hat dann im Raum den Effekt als würde das Bild an der Wand schweben. 


Die Montage

Da waren dann wieder mal meine handwerklichen Fähigkeiten gefragt. Das Bild sollte ja im besten Fall halbwegs gerade an der Wand hängen. Ich habe die Wand gefühlt 10 mal ausgemessen, mit einem Laser die gerade Linie gezogen und nochmal mehrfach die Wasserwaage angelegt. Es ist dann nur schlecht wenn die Ergebnisse von Messen mit Laser, Zollstock und Wasserwaage alle zu einem anderen Ergebnis kommen. Naja, einfach mal gekonnt ignoriert und auf gut Glück gebohrt - Bild angehangen - Ergebnis: Es ist schief. Welch ein Wunder. Naja nach 5 weiteren Malen messen und hinterfragen, ob jetzt der Laser einen Sprung hat oder ich selber nicht fähig bin die Wasserwaage zu bedienen und abzulesen, hing es dann endlich gerade an der Wand.


Das Ergebnis

Nun hing es endlich da. Ich war sehr zufrieden und der Kunde auch. Das soll jetzt nicht zu kitschig klingen, aber für mich persönlich ist es immer wieder aufs neue etwas ganz Besonderes wenn so ein Bild von mir zum Leben erweckt und in seiner vollen Pracht irgendwo an einer Wand hängt. Wenn es dann noch bei einer fremden Person hängt, welche sich aktiv für dieses Bild interessiert hat und es erworben hat macht das einen selber noch glücklicher. Ja das Fotografieren an sich macht spaß und auch alles drum herum. Aber der Moment an dem man so ein Motiv produzieren lässt und man es aus dem Karton auspackt und zum ersten mal sieht ist ein bisschen wie Weihnachten als kleines Kind. Da ist man dann schon stolz wie Bolle.

Ich finde es immer wieder toll, was man mit so einem Bild aus einem sonst recht leeren und emotionslosen Raum gestalten kann. Das ist letztendlich auch das Ziel meiner Arbeit. Nicht das Bild an sich, nicht das Motiv, nicht die Farben - sondern mit meiner Kunst den Raum aufzuwerten und ihm Charakter und das gewisse etwas zu verpassen.

Ich hoffe ihr hattet ein bisschen Spaß beim Lesen und bis zum nächsten mal…
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